Streit um Natursüßstoff Stevia: “EU-Kommission korrupt”

UN-Expertengremium attestiert Unbedenklichkeit der pflanzlichen Substanz
Stevia war bereits bei Indianern als Süßstoff bekannt

Der Streit um den Natursüßstoff Stevia, der aus der ursprünglich in Südamerika beheimateten Pflanze Stevia rebaudiana gewonnen wird, geht weiter. Erst im Juni dieses Jahres hatte der UN-Ausschuss Joint Expert Committee on Food Additives (JECFA) die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Stevia-Süßstoff festgestellt und einen Richtwert festgesetzt, wonach die tägliche Einnahme von bis zu vier Milligramm pro Kilogramm Steviol als sicher beurteilt werden kann. Diese Einschätzung gilt für Stevia-Süßstoffe mit einem Reinheitsgrad von mehr als 95 Prozent. Bisher ist Stevia, im Gegensatz zu zahlreichen anderen Ländern wie etwa in Japan, in der EU noch nicht zugelassen. Dies ruft nun eine Zahl von Kritikern auf den Plan.

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Stevia kommt

Schweiz führt als erster europäischer Staat vielversprechenden Natur-Süßstoff ein

Experten der Universität Hohenheim rechnen mit europaweiter Zulassung von Stevia und werten Vorstoß der Schweiz als Wettbewerbsvorteil

Coca-Cola und Pepsi haben bereits angekündigt, in Kürze Stevia-gesüßte Getränke auf den Markt bringen zu wollen. Seit ein UN-Expertengremium im Juni dieses Jahres die gesundheitliche Unbedenklichkeit des natürlichen Zuckerersatzstoffes attestiert hat, gilt die EU-weite Zulassung als sehr wahrscheinlich. Einen Wettbewerbsvorteil sehen Experten der Universität Hohenheim nun in der Ankündigung der Schweiz, den lange umstrittenen Süßstoff, als erster europäischer Staat, im Rahmen von Einzelanträgen zuzulassen. Die Universität Hohenheim forscht seit 1998 zu Stevia mit finanzieller Unterstützung der EU. Eine Stevia-Informationsveranstaltung für Entscheider und Verbände der europäischen Lebensmittelindustrie findet am 16. Oktober 2008 an der Universität Hohenheim statt. Anmeldungen sind noch möglich unter u-kienle (at) uni-hohenheim.de

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Süßer Abschied vom kratzigen Rauch

Universität Hohenheim erforscht Job-Alternativen für Tabak-Bauern

Zum Nichtraucherschutz will die EU alle Tabak-Subventionen bis 2013 einstellen, was viele Familienbetriebe existentiell bedroht. Eine der innovativsten Alternativen könnte die Süßpflanze Stevia sein.

Es sind vor allem Familienbetriebe, die den Subventions-Stopp spüren werden. Bislang sicherte der Tabakanbau deutschlandweit 359 Kleinbetrieben die Existenz, europaweit sind es rund 70.000. Ab 2013 will die EU endgültig ihre Tabaksubventionen einstellen, ein flankierender Beitrag um Nichtraucher zu schützen und den Tabakkonsum einzuschränken. Um die hochspezialisierten Kleinbetriebe zu retten, erarbeiten Wissenschaftler Einkommensalternativen. Den betroffenen Tabakfarmen empfehlen sie unter anderem den Einstieg in Biolandbau oder Aquakultur und Gemüseanbau durch Hydrokultur oder den Anbau von Stevia, einer neuartigen Süßpflanze, deren Marktzulassung in naher Zukunft anstehen könnte.

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